„Laufbandanalyse“ zum Schuhkauf

Die oft gefragte und manchmal diskutierte Laufband „analyse“ zum Schuhkauf? Warum es sie bei uns nicht so nicht gibt… In vielen einschlägigen Ratgebern wird wärmstens empfohlen, den Laufsporthändler für die Schuhberatung danach zu fragen. Es ist eine Sache der Seriösität.

Macht Ihr auch eine Laufbandanalyse zum Schuhkauf?“ – zu Recht fragen unsere (Neu-)Kunden danach. Schliesslich will jeder den für ihn besten Schuh. Er soll passen, bequem sein, Spaß machen und gerne auch noch gut aussehen. Dabei verlasst Ihr Euch auf den Fachmann – danke dafür. Aber – warum machen wir als Fachleute das dann nicht?

Es besteht ein erheblicher Unterschied zwischen einer Laufstilanalyse und der in vielen Laufshops durchgeführten Laufbandanalyse.

Laufbandanalyse vs. Laufstilanalyse

Bei ersterer wird das Sprunggelenk gefilmt (ein Blickwinkel von hinten, Einstellung bis Mitte der Wade) und dann über Pronation, Überpronation und Supination oder Unterpronation entschieden. Man kann tatsächlich mit geschultem Auge einiges erkennen, was zur Beurteilung des Pronationsverlaufes auch wichtig ist. Kurze Anmerkung: Pronation gehört zum Laufen dazu und ist nichts anderes als eine biomechanische Bewegungskette im Dämpfungsverhalten des Körpers. Da es sich um eine Bewegungsabfolge handelt, ist es dabei wichtig, wie der Fuß geführt wird (einwärts oder auswärts gedreht) oder wie er aufgesetzt wird (beim Fersenaufsatz ist der Pronationsweg zum Beispiel biomechanisch verlängert). Das ist mit dem einseitigen Blickwinkel von hinten manchmal schwierig. Zumal die Auswirkung der Spunggelenksbewegung auf die Beinachse oder die Kniegelenke so auch nicht beurteilt werden kann.

Tatsächlich lässt sich das Pronationsverhalten auch mit blossem Auge gut erkennen. Daher laufen wir gerne vor dem Laden ein paar Schritte hinter Euch her, mit Blick nicht nur auf die Sprunggelenke. Dabei können wir die gesamte Beinachse beobachten. Der Unterschied zur Laufbandanalyse: wir können es Euch nicht in Zeitlupe am Bildschirm zeigen. Hier müsst Ihr Euch einfach auf uns, unser Auge und unsere Erfahrung verlassen. Und wieder: danke dafür.

Unsere Laufstilanalyse hingegen beinhaltet wesentlich mehr: Anamnese (einführendes Gespräch mit Fragen), orientierende körperliche Untersuchung mit einigen Muskelfunktionstests und die Videoaufnahmen selbst. Die erfolgen von beiden Seiten, von vorne und von hinten – vom Sprunggelenk über beide Knie bis zur Hüfte oder sogar bis zur Schulter. Wir messen Winkel und Achsen und beurteilen Bewegungsmuster der Gelenke. Zusätzlich zu meinem sportmedizinischen Hintergrund habe ich dazu mehr als eine mehrtägige Ausbildung absolviert und Prüfungen abgelegt. Die Fragestellung hinter dieser Analyse ist nicht „welcher Schuh passt zu mir?“, sondern „gibt es Probleme in der Biomechanik oder optimierbare Bewegungsmuster?“.

Viele Kollegen in den Lauf- und Sportläden arbeiten mit der Laufbandanalyse, die einen mit grossem Hintergrundwissen, breiter Erfahrung und daraus resultierend fundierter Beurteilung. Bei denen seid Ihr in guten Händen, da könnt Ihr Euch auf die Empfehlung verlassen. Die anderen sind die berühmten schwarzen Schafe.