vertical up kitzbühl - laufSinn

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vertical up kitzbühl

blogkram

vertical up kitzbühl. 3,3km 860hm.
ende februar. streif reverse. der schnellste abfahrer braucht für die strecke knapp 1:52 minuten! wir werden deutlich mehr zeit benötigen. wir starten im ziel und versuchen zum starthaus zu kommen. originalstrecke. das ist die bedingung. dafür besteht freie wahl der waffen. tourenski, schneeschuhe, steigeisen oder trailschuhe – alles erlaubt.

so beginnt der vup für uns schon anfang des jahres mit material testen. die leichten inov8 roclite sind, obwohl überraschend griffig, definitiv zu leicht. bei querungen hat man keine chance und wenn's glatt wird auch nicht.
nächster versuch. icebug mit stahlstiften. besser. aber immer noch nicht gut. das profil setzt zu schnell zu und die stahlstifte sind zu schmalspurig. das funktioniert im steilhang nicht.


achtung disclaimer
die hier publizierten berichte und videos sind zitate, erfahrungen und vor allem persönliche meinungen und stellen somit keine allgemeingültigen sachverhalte dar.

also gut. es werden die speedcross mit eingeschraubten spikes. die machen einen massiven eindruck und der schuh selbst gibt genügend seitenhalt. leichte gamaschen dazu und ich bin fertig für den nächsten test.
allgäu – mittag fabrikhang. die im umkreis wohl steilste piste. sollte also ideales testgelände für die streif sein. die schuhe halten gut. die pumpe ist in nullkommanix am anschlag. das war nicht anders zu erwarten. also das ganze nochmal langsamer. sind ja über 3km. eine stunde sollte ich das tempo also durchhalten können.
ich verwende meine skatingstöcke. die sind mir aber im steilen doch zu lang. dann eben mit den nordic walking stöcken. noch schlechter. die sind viel zu kurz. da kann man nach hinten überhaupt keinen druck geben.
was nun? ich finde noch ein nicht mehr benutztes paar langlaufstöcke, die werden schnell gekürzt und mit neuen griffigen spitzen und kleinem teller versehen. fertig ist die vup waffe.

samstag nachmittag. die anreise im zug war entspannt, die pension herzlich und gut. jetzt suchen wir wie einige andere auch die startnummern ausgabe. sehr unscheinbar. keine plakate. keine hinweisschilder im dorf. auch der startbereich ist noch nicht aufgebaut. nach einiger sucherei – zwischenzeitlich landen wir in der restaurantküche – finden wir den richtigen eingang. dort geht alles reibungslos. vom start aus kann man die hahnenkamm bergstation sehen. das sieht jetzt nicht so schlimm aus. der blick auf die hauskante – der erste anstieg – dafür schon. mann ist das steil!

jetzt aber erst mal ein wenig abliegen.
18:00 uhr kleidersackabgabe
sollen wir uns einlaufen? die meisten teilnehmer hüpfen seltsam nervös durch die gegend. einige sind schon fast an der hausbergkante oben. naja - wir wollen es ja nicht übertreiben, aber da es jetzt ohne daunenjacke schon recht frisch wird kann ein bisschen bewegung nicht schaden.
18:15 wettkampfbesprechung. sehr kompakt: start pünktlich, hier start, dort oben ziel, wer aufgibt bitte bescheid geben. viel spaß. knackig. wie der lauf.

die nachmittägliche sonne ist leider weg. minus 7 grad beim start. windig. bäh.
tolle stimmung hier unten. fackeln und hunderte von stirnlampen im dunkel.

los geht’s. die meisten fegen auf den ersten 100m davon. das gibt sich aber ziemlich bald. im hang geht es dann mehr oder weniger im gänsemarsch aufwärts. schon rauscht ein teilnehmer auf dem hosenboden an mir vorbei richtung tal. was soll denn das?
nur sekunden später steh ich auf einer sausteilen eisplatte und mir ist vollkommen klar warum. ich will nicht wieder von vorne anfangen! hoffentlich halten die spikes. ok, das funktioniert so halbwegs aber ich trau mich nicht richtig abzustossen. ich sichere mit den stöcken nach unten und versuch schleunigst den rand der platte zu erreichen. uff. das kostet kraft. ab jetzt lieber etwas mehr in den tiefschnee.
der hang ist echt steil. vor mir geht ein schneeschuhläufer. wenn der einen schritt macht, habe ich seine schuhe eine handbreit vor meinem gesicht. aufpassen, ich habe ja auf den empfohlenen helm verzichtet. ich eiere endlich über die kante. schön jetzt wird es erstmal deutlich flacher.
im flachen hab ich offensichtlich gegenüber der schneeschuhläufern und tourenskigänger in meinem bereich ein vorteil. dann geht es auch schon in den nächsten hang.
die finger brennen. viele kleine messerstiche. den hausberg hoch hat der kreislauf wohl sofort zentralisiert und die peripheren gliedmassen nur unterversorgt. jetzt nach dem flachstück schiesst das blut wieder bis vor in die spitzen. wenigstens spüre ich sonst nichts mehr.
ich habe keine lust mich auf den vordermann zu konzentrieren, also gehe ich etwas versetzt und such mir meinen eigenen weg. hmm. ganz schön viele eisplatten. so richtig traue ich mich jetzt auch nicht darüber. also umgehen. auf dauer komme ich dann aber immer weiter von der direkten aufstiegslinie ab. im schnee rutscht man dazu auch noch leicht nach hinten ab. blöd. die zehenkappe bei jedem schritt in den schnee zu rammen ist aber anstrengender als vorgefertigte tritte zu benutzen.
den nächsten hang gibt es wieder im gänsemarsch. ich lern dazu.

noch mal so ein steiles ding. die vor mir gehen alle rechts aussen. ich schliess mich einfach an. ich habe keinen plan mehr wo wir sind. da oben gibt es werbebanner und leute. gutes zeichen!
die kante noch hoch und ja da vorne ist das starthäuschen. schlußspurt!
im ziel gleich als erstes ein grosser warmer topf gulasch. klasse! bin ich froh, dass ich oben bin und erst mal windstill im trockenen sitze. tolles gefühl oben zu sein. ich geniesse noch ein wenig den tumult hier oben und die ankommenden gesichter. dann kurz rüber zur bergstation und rein in die trockenen klamotten.
hier gibt’s bier und party! die seilbahn fährt bis kurz vor 1:00 uhr, sodass die meisten teilnehmer erst mal hier oben bleiben. spannendes sprachengewirr.


nächstes jahr unbedingt wieder.

 
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