theDON Double or Nothing - laufSinn

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theDON Double or Nothing

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Für uns alle eine ganz neue Erfahrung. Trailrunning in Great Britain. Dort eben Fellrunning. Ist nicht minder anstrengend, als unsere alpinen Trails zu Hause. Neben den später noch zu erwähnenden unzähligen Gattern und Stiles ist es letztendlich der unerwartete Untergrund der uns „ärgert“. Neben herrlich flowigen Trails durch Wälder, die einsam und einfach nur schön sind, findet sich auch viel Farmland. Wir queren Äcker, auf denen der Raps schon gut 10cm hoch steht. Laufen über abgeerntete Maisfelder und stolpern über Viehweiden mit sattem Gras und unzähligen Löchern oder rennen auf fabelhaften Magerwiesen. Eben total different zu unseren steinigen, felsigen Trails. Auch das Gestrüpp zeigt sich hier von einer anderen Seite. Hecken aus Brennnesseln wachsen mannshoch und so habe ich nicht nur von Brombeeren aufgerissene Beine, sondern auch noch verbrannte Arme!


Beyond Marathon : „Take on the DON“ Double or Nothing 19.September – 21. September


10 miles – 20 miles – 40 miles, dazu jeweils auch die Doppelung der Höhenmeter von 500 über 1000 zu 2000. Das Ganze in Mittelengland, Strecke unbekannt bzw. geheimgehalten. Bekannt ist Start und Ziel, jeweils in Ironbridge, irgendwo in Shropshire. Das ist der DON – Double or Nothing. Ein sehr familiäres Starterfeld von 32 Läufern, darunter 6 (!) Ulmer. Richard hat diesen Lauf in monatelanger Arbeit vorbereitet. Sonst sind wohl eher lange One-Stage-Läufe das Metier von Beyond Marathon.

Freitag, 19. September

Beginn der Reise in Frankfurt: wie immer irgendwie zu voll, zu unorganisiert, zu chaotisch. Ellenlange Schlangen überall. Irgendwann sitzen Michael und wir beide aber im Flugzeug nach Birmingham. Toni ist bereits eine Stunde früher von Stuttgart geflogen, Boris und Christine sind schon seit zwei Tagen in England. Am International Airport Birmingham holen die beiden uns mit einem Mietwagen ab: zu sechst im Citroen Grand Picasso geht’s gleich weiter nach Ironbridge.  

Wir sind viel zu früh dort, der Check-in für den Lauf ist erst drei Stunden später. Wir besuchen die Brücke in Ironbridge, genehmigen uns Tee, Kaffee und Scones. Die Brücke wurde 1779 als erste Eisenbrücke errichtet und ist seit 1986 als World Heritage geschützt. Alles drum herum zeugt von einer grossen Vergangenheit zu Beginn der Industrialisierung in England. Jetzt ist es ein nettes, kleines Städtchen im Nirgendwo der Midlands. Elektronische Pampa – kein Mobilfunknetz, kaum Internet. Pittoreske Cottages, kleine Gärtchen – die tatsächlich aussehen, als ob das Gras mit der Nagelschere geschnitten sei. Umgeben von Wäldern, Wiesen, Feldern und Hecken. Bilderbuch-England. Dazu passend ist es Freitag auch ordentlich nebelig.


Der Check-in sowie die erste Übernachtung ist in der YHA Coalport. Die Jugendherberge befindet sich in einem alten Fabrikgebäude. Wir beziehen ein 6er-Zimmer mit eigenem Bad für uns. Abendessen: wieder typisch englisch ? Kaum Salz, keinerlei Röstaromen – dabei hatten wir Roasted Chicken Leg geordert …. Um 23 Uhr bzw 11 p.m. geht's los.


start bei nacht don

First Stage: 10 Miles / 500m of Elevation 4 Gatter, 2 Stiles

Jeweils 6 Teilnehmer werden mit einem Taxi in die englische Nacht zum Start gefahren. Das passt ja, wir entern als die "germans" das erste Taxi und werden 15 Minuten später mitten im Nichts an einem Wanderparkplatz ausgespuckt. Es ist zapfenduster und dichtester Nebel! Nach und nach kommen die weiteren Teilnehmer dazu, wir starten mit 15 Minuten Verspätung in eine erstaunlich warme, ja fast schon schwüle, auf jedenfall sehr feuchte Nacht. Der Rest des sehr überschaubarren Teilnehmerfeldes ist kurz nach der Starttröte weg und wir versuchen Christine, die gleich hinterher will, erst einmal zu bremsen. Ab der Hälfte des Aufstiegs fangen wir aber schon wieder an einzusammeln. Ursprünglich wollten wir auf elektronische Navigation verzichten, der Nebel ist aber so dicht, dass wir kaum 10 Meter weit sehen. Ich kann meine Lampe gar nicht soweit herunter dimmen, dass nicht alles Licht vom Nebel reflektiert wird und ich statt in ein schwarzes Loch in eine weiße Wand laufe...

Bald passieren wir die roten Warnlichter eines Funkmastes. Wir sind richtig und kurz danach haben wir überraschenderweise auch schon den Gipfel erreicht. Jetzt gehts auf in den Downhill. Michael und ich laufen vorweg und versuchen so den Weg für die Nachfolgenden etwas klarer zu machen. Zuerst über einen schmalen Wiesentrail, dann steilst bergab in einen Pinienwald hinein. Der Trailroc kommt dabei auf einem Gemisch von nassem Fels und Waldboden an seine Grenzen. Puh, das wäre tagsüber schon recht ordentlich, aber mitten in der Nacht? Wir überholen stetig und dann legt sich der Trail auch noch zurück und wird einfach nur noch toll. Im Flow hänge ich mich an einen der britischen Läufer ran und wir "fliegen" über wie auf einer Art Achterbahn einen Supertrail durch den Wald bergab. Ich bin mittlerweile in der vorderen Hälfte des Feldes, das werde ich sicherlich noch büssen müssen in den nächsten Tagen. Der Wald spuckt uns aus und wir stehen auf einer kleinen Nebenstrasse.

Boris als Navigator ist nicht zu sehen und so zücken wir beide das mehrseitige Booklet, um uns zu orientieren. ".. T-Junction, keep right on Tarmac road" -- gut rechts hoch.  Mein britischer Mitläufer gibt nun richtig Gas, das ist viel zu schnell für mich. Ich komm auch nicht mit der weiteren Beschreibung klar, so dass ich mich dazu entschliesse, wieder zurück zu laufen. Ich war in der Beschreibung schon einen Punkt zu weit. Links. Also versuche ich wieder auf irgendeine Gruppe aufzuschliessen. Der Lauf ist nicht markiert und nun bin ich ganz allein auf einer schmalen Nebenstrasse, links und rechts jeweils eine mannshohe Hecke. Kein Dorf, kein Auto, kein Läufer, Nichts. Ich bin allein. Seltsames Gefühl. Zur Not haben wir vorhin von Richard noch eine Handynummer bekommen. Allerdings hat es hier in der Gegend nur selten Empfang und ich könnte dann auch nicht erklären, wo ich gerade bin. Entmutigend. Tief in mir kommt ein Groll auf meine "Kameraden" auf, die mich einfach im Dunkeln stehen lassen und ins Ziel fliegen. Das ist ungerecht, ich weiss, schliesslich bin ich voraus gelaufen und habe an der Kreuzung nicht gewartet, aber irgendwie gefällt es mir in meinem Elend gerade so sehr...  Ich will mich nicht entmutigen zu lassen und versuche aufzuschliessen, zu wem auch immer. Endlich eine Kreuzung. Diesmal lasse ich mir mehr Zeit beim lesen der Instruktionen. Gut - ich scheine zumindest diesmal auf dem richtigen Weg zu sein. Da macht sich schon etwas Erleichterung breit. Uff. Wäre trotzdem nett mal irgendjemanden zu treffen. Dann kommt endlich ein Trappen von hinten auf mich auf. Es ist der Engländer von vorhin, der mittlerweile auch seinen Fehler bemerkt hat, und rauscht an mir vorbei. Er ist kaum 20 Meter in Front und schon kaum mehr auszumachen! Was für eine Suppe. Kurz danach erreiche ich dann doch endlich den Rest von unserer Gruppe. Puhh. Erstmal durchschnaufen. Genug Abenteuer für heute, ich hänge mich jetzt einfach hinten dran und lass die anderen navigieren.
Die Aufholjagd hat etwas Körner gekostet und ich müh mich tatsächlich etwas um das Tempo mitzugehen, bis wir wieder eine offroad-section haben, da wird es für mich wieder einfacher. Aber was ist das? Plötzlich laufen wir auf einen ganzen Haufen von Leuchtpunkten zu, die sich auch noch etwas bewegen. Hah - wir überqueren gerade eine Kuhweide und die Augen reflektieren unsere Stirnlampen. Sieht aus wie früher in der Geisterbahn. Aber die sind alle ruhig und bewegen sich kaum, jedenfalls nicht auf uns zu, die sind wohl auch eher verunsichert. Wir übersteigen das Gatter am Ende der Weide und stehen schon wieder auf der nächsten... Letztendlich kommen wir durch Ironbridge, überqueren diese und fogen dem Severn bis zu unserem Ziel. Boris hat sich auf der Weide wohl den Fuß vertreten und kann nicht mehr recht laufen. Er, Michael und Christine werden von hier aus langsamer machen. Barbara, Toni, ein weiterer Brite, der lange Zeit in Deutschland stationiert war, und ich laufen weiter. Auf den letzten paar Kilometern wird die Navigation noch mal schwierig und wir sammeln noch ein paar Läufer ein, die ähnliche Probleme haben. Dann endlich sind wir glücklich in Coalport. 2 Stunden 15 für 16km,... hmm hatte ich mir etwas leichter vorgestellt. In der Gemeinschaftsküche steht Toast und Suppe bereit! Für die Dusche müssen wir noch auf Michael warten, der hat dummerweise den Zimmerschlüssel. Naja, gibt schlimmeres.
Dauert aber ewig bis die drei ankommen. Offensichtlich hat sich Boris schwerer verletzt wie ursprünglich angenommen. Laufen ging wohl gar nicht mehr und auf den letzten Metern hat in Michael dann wohl mehr oder weniger getragen. Er selber sieht auch ziemlich derangiert aus.
Wir schmeissen uns kurz unter die Dusche und treffen uns dann noch mal im Gemeinschaftsraum. Eigentlich wollten wir noch kurz auf Boris Geburtstag anstossen, was wir dann allerdings doch lassen. Sein Sprunggelenk ist derart dick, dass an ein Laufen in den nächsten Tagen nicht zu denken ist. Das Band muss, wenn nicht ab, dann zumindest angerissen sein. Barbara taped und Richard organisiert Eis zum kühlen, dazu ein Ibu. Dann fallen wir alle in uns zusammen und ab ins Bett. Ist auch schon höchste Zeit - fast halb vier am Morgen.
Schlafen. Morgen gehts ja weiter.


Abstieg vom Racleth Hill


Samstag, 20. September

Die Nacht war kurz – Boris kaputtes Sprunggelenk, Christine mit heftigen Magen-Darmproblemen. Obwohl der Start erst auf 11 Uhr angesetzt ist, erscheint uns das fast zu früh. Der dichte Nebel der letzten Nacht ist einem Nebelschleier gewichen, der teilweise blauen Himmel erahnen lässt. Den wir den Tag über zwar nie sehen werden, aber dafür bleibt der berühmte englische Regen auch aus. Aber zuerst einmal geniessen wir ein richtiges full english breakfast: beans, tomatoes, eggs, bacon, mushrooms und potatoes. Die sausages lassen wir lieber mal weg.

Second Stage: 20 Miles / 1000m of Elevation "stilesday" 16 gates - 22 stiles

stiles - hölzerne Trittkonstruktion über Zäune (die hier aber gut brusthoch sind).
gates - Gatter aus Holz oder meist schwere Metallgatter, die großes Vieh (Bullen), etc. auf der Weide halten sollen. Die wollen alle geöffnet und danach wieder verschlossen werden. Dazu kommt noch ein Stacheldrahtzaun, den wir unnötigerweise zu übersteigen versucht haben und diverse kleine Brücken (footbridges).

Wir starten direkt vor der YHA. Kurz am Kanal entlang, links über den Severn und schon verschluckt uns der britische Wald. Heute übernimmt Christine mit Boris' I-Phone die elektronische Navigation, ist damit aber nicht so sicher wie ihr Mann in der Nacht zuvor. Also raus mit dem Roadbook. Die Beschreibung ist sehr detailliert und extra für uns Deutsche mit Kilometerangaben statt Miles und Yards versehen. Heute „durchlaufen“ wir 14 Seiten … Gates, Stiles und Fields – vor allem letzteres ist für uns völlig ungewohnt. Wo in Deutschland läuft der Weg über frisch eingesäte Felder ? Klar gibt es auch hierzulande das Wegerecht, aber da pflanzen die Bauern dann auch nichts an. Die Hecken sind toll. Bei uns ist am Rand der Felder nichts oder ein Zaun, aber hier Lebensräume buchstäblich in jeder Ecke. Wir treiben das Feld vor uns her. Wenn wir tatsächlich einen der anderen Läufer treffen – oder die auf uns auflaufen – liegt es nur daran, dass die sich verlaufen haben. Michael und Toni machen eine Gruppe Läufer vor uns aus, geben Gas, um sie einzuholen. Nur, um von uns drei Verbliebenen zurückgepfiffen zu werden, weil die dort falsch unterwegs sind. Es ist schon etwas abenteuerlich, wenn man wie wir Deutschen gut markierte und ausgeschilderte Rennstrecken gewohnt ist. Und jetzt wissen wir, warum wir Pfeifen mitführen sollen !

Nach Feldern, Wiesen und Wäldern folgt ein schier endloses Stück Teerstrasse. Kleine Strassen, kaum Verkehr, aber eben Asphalt. Wir passieren den Checkpoint: Wasser, Cola, Schokolade, Gummibärchen – viel Süsses, leider ausser Kartoffelchips nichts annähernd salziges. Ein paar Kilometer Strasse und dann errreichen wir den grossen Anstieg des Tages: Asphalt kerzengerade über 200hm den Hügel hinauf. Der Brown Clee Hill ist mit 540m die höchste Erhebung in Shropshire. Der Gipfel ist baumlos und über und über mit rosafarbenen Heidebüschen überzogen. England pur. Auf der anderen Seite erwartet uns ein traumhafter Trail über Wiese durch Ginsterbüsche und vorbei an Schafen. Habe ich schon erwähnt, dass es in England Schafe gibt ? Tausende ! Und Schafsdreck ? Tonnenweise !
Unten am Berg angekommen zeigen die GPS-Uhren mittlerweile an die 30k an – 32k sollen es werden. Aber tatsächlich bleiben uns noch mehr als vier Kilometer über Schafsdreckwiesen, Stiles, kleine Brücken, Tore und Felder, bevor wir endlich das Wildhope Manor House erreichen. Unser Ziel ! Ein grosses Herrenhaus von 1586, renoviert und als YHA betrieben. Traumhaft ! Genial. Warme Duschen, weiche Sofas vor dem (leider kalten) Kamin. Es ist nach 16 Uhr, als wir die Etappe nach fünfeinhalb Stunden beendet haben. Cider, Bier, Cola und abhängen auf dem Sofa. Richard hat für die Unermüdlichen noch einen einstündigen Orientierungslauf organisiert. Nein danke, zumal der jetzt auch im englischen Regen stattfindet. Essen abends wieder englisch: kein Salz, keine Gewürze …. armes England. Kein Wunder, dass Jamie Oliver hier mit einfachsten Rezepten zum Superstar aufsteigen konnte !
Heute ein 10-Bett-Zimmer. Egal. Schlafen. Wie morgen dann allerdings 40 Miles / 64km funktionieren sollen, ist völlig unklar. Es waren heute schon weniger Höhenmeter als angesagt – wird das morgen ähnlich oder müssen wir die nachholen ? Aber auch egal: das wird morgen entschieden !


am Churchmoor Hill

Third Stage: 40 Miles / 2000m of Elevation "gatesday" 40 gates, 22 stiles

Heutiges Programm: 40 (!) Gatter und "nur" 22 Stiles, dazu haben wir ganz offiziell einen elektrischen und einen Stacheldrahtzaun zu übersteigen. Und ein paar Brücken. Klingt nach Arbeit... abgesehen von den 62 km. Richtig, weniger als geplant. Und auch Höhenmeter werden uns einige erlassen. Das dürfte aber keinen gross gestört haben.

Wir starten im Nebel. Aber heute bricht die Sonne tatsächlich durch ! Bereits nach einer knappen halben Stunde haben wir schönstes Wetter. Das Feld vor uns ist schon nach kürzester Zeit wieder weg. Macht nichts, sollen sie nur. Wir wollen soweit wie möglich geniessen und uns unsere gute Stimmung in unserer Gruppe halten. Für mich unterteile ich die Strecke in drei Halbmarathons, das ist überschaubar und Distanzen, die ich kann. Probleme zerlegen, hat uns erst Seb Thiessen von freidynamik erneut gezeigt. Sonne und Nebel zaubert wunderbare Stimmung, die fast durch ein paar giftige britische Köter gestört wird. Toni pfeift mit seiner Pfeife Attacke und den Hunden wahrscheinlich das Trommelfell raus. Wieder geht es an malerischen Cottages vorbei, kleine Wäldchen und - unvermeidlich - ein paar Gates und Stiles. Der erste Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist der Ragleth Hill. Farn über Farn, ein überwältigender Blick in die umgebenden Hügel und wieder mal jede Menge Schafsdreck. Der Abstieg ist steil und steiler und bringt uns fast direkt zum ersten Checkpoint. Eines der nächsten Gatter hat einer unserer Vorläufer wohl unsauber geschlossen. Hügelab der Schwerkraft folgend steht es sperangelweit offen, das saftige Gras hat bereits eines der Schafe von der anderen Seite gelockt. Also: sheep chasing. Im Team bringen wir das dicke Wolltier wieder zu seinen Kumpanen, von lautem Blöken und Mähen begleitet. Kurz darauf überholt (?) uns einer der schnellen Läufer. Ja nun, er habe eine falsche Abzweigung genommen und sei nach angeblich zwei Stunden erstmal wieder am Start rausgekommen. Sprichts und rennt an uns vorbei, um schlussendlich noch Zehnter zu werden ! Übrigens sind von den ursprünglich 32 Starten nur noch 23 dabei. Nächster Höhepunkt der Churchmoor Hill. Wieder ein direttissima-Aufstieg, mittlerweile ist es auch ordentlich warm in der Sonne. Über einen Segelflugplatz (die Ordner dort wissen, dass wir kommen und lotsen uns möglichst schnell durch die Gefahrenzone) erreichen wir den Höhenzug des Long Mynd. Schier endlos geht es zwischen Farnen und Heidebüschen (und Schafen !) leicht kupiert über den Hügelrücken. Bisher haben wir hier ja kaum Menschen getroffen, aber hier ist richtig was los ! Nicht nur Wanderer und Wochenendausflügler. Hier ein Orientierungslauf mit mehr oder weniger orientierungslosen Teilnehmern, ein Radrennen. Am Ende des Long Mynd treffen wir mit Wendy (Richards Frau) auf den zweiten Checkpoint. Danach geht es endlos bergab. Unten erwarten uns ein paar Stiles, Gatter und Kuhweiden bevor wir den Lawley erreichen: ein steiler, wunderschöner Hügel, den wir aber am Fusse queren. Richard hat für die Überquerung wohl keine Genehmigung erhalten. Vielleicht schade, aber andererseits gar nicht schlimm. Inzwischen sind wir nahe der Marathonmarke und bereits über sechs Stunden unterwegs. Es wird zäh, aber andererseits auch klar, dass wir das Ding finishen können ! Weitere Gatter und Stiles und wir erreichen Checkpoint 3. Es findet sich ein Bier, ein Schluck Rotwein und auch für eine kurze Besichtigung der kleinen Kapelle und ein Gruppenfoto ist noch Zeit. Zwei Hügelketten müssen wir noch queren, die letzten Kilometer soll es nur noch bergab gehen. Den ersten Höhenzug erklimmen wir auf einer Asphaltstrasse. Und verlaufen uns innerhalb von zwanzig Minuten zweimal ! Wir werden müde, die Angaben in Roadbook (auf englisch) werden irgendwie schwerer verständlich. Ein paar Gatter und Stiles weiter landen wir in einem Hohlweg, der uns auf den zweiten Hügel führt. Runter, durch Much Wenlock (schönes Städtchen), eine kleine, fast endlose Teerstrasse, über einen Stile, vorbei an Schafen, rein in den Wald, runter, rechts und dann links : Ironbridge ! Das Ziel nach 10 Stunden und 52 Minuten. Richard und Wendy und natürlich Boris warten auf uns. Shakehands, Congrats, Beer, Gruppenfoto. The DON is done !!! Als Trophäe erhält jeder Finisher einen kleine Replik der "Eisenbrücke" in original Eisen aus Ironbridge. Und eine Flasche Bier von einer ansässigen Brauerei. Der Essensgutschein wird auf der anderen Seite der Brücke bei Fish&Chips eingelöst.

Danke für ein familiäres, bestens organisiertes Rennen ! Wir hatten viel Spass und haben gelernt: England besteht aus Gattern und Stiles und dazwischen gibt's Schafe.

Am Montag Abend treffen wir uns noch im nahgelegenen Derby mit Jamie und Clare, zwei Läufern, die wir letztes Jahr beim Himalayan Stage Race kennen gelernt haben. Clare hat gestern beim Ladybower50 den 3ten Platz unter den Frauen erlaufen. Darauf lässt sich hervorragend anstossen.


und hier noch eine kleine Kostprobe aus dem Road Book:

"(6) Continue and descend Ragleth Hill on well defined path. Go over stile in hedge into field. Fork right on narrow trail, and descend steeply. Pass through 7-bar metal gate. Go over next stile onto wide track and pass houses. At track T-Junktion (white house on left), Turn Left, and follow track to the end.... 30m after gate, Turn Right before field corner (DO NOT go through the metal gates) & go along field with hedge on left. Go through 5-bar metal gate. After 30m go through gate on left and Turn Right (hedge now on right side). Follow to end of field and go through a red 5-bar metal gate onto 4*4 track....."

und hier noch der Link zur Veranstaltung ....

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