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100 km del Sahara - Editione Senegal 2015

Wir sitzen mit einem kühlen Bier in der Hand auf einem der Begleit-Quads im Schatten und warten auf die letzten Läufer. Tiefer Beachvolleyballsand und jede Menge Lärm aus dem Lautsprecher. Der nahegelegende Strand war das Ziel der früheren Ausgaben der Ralley Paris-Dakar. Wir sind also auf „historischen“ Boden.  Um uns herum finden sich jede Menge erschöpfte, aber glückliche Gesichter. Die heutige Schlussetappe der 4-tägigen „100km del Sahara“ Laufes führte uns direkt vom Hotel weg durch Sand an den „Lac rose“ durch den dortigen Salzabbau. Das war wohl der dämpfigste und schwülste Einstieg der letzten Tage.
Zwar hatten wir endlich richtig laufbares Gelände (Schotterpiste) aber diese Schwüle... Und so richtig rund lief es bei kaum einem mehr.
Wir laufen den See entlang und dann durch das Dorf an dessen Ende. Vorbei an Eselskarren und Kindern auf beige Ziegelhütten im Sand zu. Ich komme mir vor wie mitten in der Wüste, so unscheinbar und unerwartet liegt das Dorf vor uns. Ab dort ist für eine Weile erst mal marschieren angesagt. Recht tiefer weicher Sand zieht die Energie sonst zu rasch aus den Beinen.
Nach knapp 12 km schon die heutige Verpflegungsstelle. Ich hab mir heute recht dicke Elektrolyte gemischt und freue mich sehr über das leere Wasser zum verdünnen. Ab hier geht es wieder über gute Feldstrassen durch landwirtschaftliches Anbaugebiet – statt den üblichen Zwiebeln wächst hier offensichtlich jede Menge Kohl. Etwas verstörend sind zwei oder drei Häuser mit Golfrasen im Vorgarten. Sonst wird hier jede Pflanze einzeln per Hand gegossen und hier stehen verschwenderische Grasstreifen vor der Tür!


Kunst Senegal

Es läuft so eine Weile dahin, doch dann ist der Spaß vorbei. Wir biegen ab Richtung Atlantik und wühlen uns durch ein sehr idyllisches Kieferwäldchen. Vor mir tiefster, weicher Sand bedeckt mit Kiefernadeln, von hinten ist schon das kräftige Rauschen des Meeres zu erahnen. Ich fühle mich nach Ligurien versetzt. Als wir den Strand erreichen, wähle ich wieder die Linie direkt am Wasser und gebe Gas. Das kühle Naß an den Füßen und der feste Untergrund sind eine Wohltat und ich drehe noch mal so richtig auf. Irgendwo da vorne muß das Ziel sein. So fühlt sich fliegen an. Ich geniesse es in vollen Zügen und ganz nebenbei erreiche ich die beiden Italiener vor mir.
Doch der Dämpfer folgt recht bald. Wir verlassen den Strand wieder Richtung Wäldchen – was soll das? Ich dachte hier ist das Ziel. Und überhaupt macht es gerade so viel Spaß. Ich möchte noch etwas weiter den Strand entlang laufen.
Alles wird schlagartig wieder schwer und zäh. Ich habe zwar eine GPS Uhr am Arm, aber so genau nehmen es die Veranstalter mit der km Angabe auch nicht und überhaupt ist es teilweise freie Wegwahl bis zur nächsten Flagge... Ich habe keine genaue Vorstellung ob es noch ein paar hundert Meter oder ein paar km weit ist. Das ermattet – und die Italiener verschwinden wieder … Doch dann das erlösende Zielbanner, noch mal kurz aufraffen und rein.
Das waren die letzen Meter der 100km del Sahara Editione Senegal. Hitze und Sand und Sand und … Hart wars. Sehr hart. Deutlich schwerer zu laufen als in Tunesien. Zumindest in meiner Erinnerung! Und vorallem viel heisser!

Bis vor ca. 3 Wochen waren wir noch auf einen Etappenlauf in Südtunesien eingestellt. Aufgrund des Museumsattentats in Tunis mit mehr als 20 toten Touristen organisierte der italienische Veranstalter in kürzester Zeit um. Neue Destination Nord-Senegal.
Am Samstag ging es für die Ulmer Gruppe auf nach München, wo Michael2 mit dazu stösst. In Lissabon treffen wir weitere Freunde, Claudia, Cristina und ThoDö, sowie den Rest der deutschen Mannschaft. Nach dem ersten Bier und Bummel über den Flughafen geht es abends weiter nach Dakar, was wir gegen Mitternacht erreichen. Die Gruppeneinreise ist gut vorbereitet und alles läuft glatt. Aufgeteilt auf zwei Busse geht es duch das nächtliche Dakar ins Hotel. Wir sind hundemüde.
Am nächsten Morgen stehen Racebriefing, Ausrüstungscheck und die Fahrt ins Wüstencamp Loumpoul auf dem Plan. Vorher bevorraten wir uns noch mit Wasser. Aber nicht aus der Hotelbar. Ein Hotelmitarbeiter führt uns in seiner Freizeit zu „seinem“  Supermarkt, der das beste Wasser in der Stadt hat – naja. Dafür bekommen wir aber gleich eine eindrucksvolle Führung durch die
Markststände und Gassen in der Nähe eines Fischmarktes. Das ist hier alles recht eng und ich versuche mir den Weg zu merken, das klappt nicht sonderlich gut. Ist aber auch nicht nötig. Die Menschen sind hier durchwegs alle sehr offen und freundlich und unser anfängliches Mißtrauen unbegründet.
Wenig Militär und Polizei. Ganz anders als in Tunesien.
Am Nachmittag erreichen wir Loumpoul. Nach anfänglich gut ausgebauter Straße schliesslich über Nebenstrassen zum Schluß im Jeep oder 4WD-Laster auf einer Sandpiste. Mitten in den Dünen beziehen wir ein herrliches Zeltcamp. Wir richten uns ein und unternehmen erste Schritte im Sand, Wir sind bereit!


1.Etappe
Wir stehen also wieder unter dem 100km del Sahara Startbogen. Mitten im Nichts. Das obligatorische einchecken zur Tagesetappe haben wir bereits hinter uns und wir wünschen uns gegenseitig einen tollen Lauf. Ich freue mich wieder auf Sandberührung. Wie gewohnt folgt auf eine recht ausführliche Streckenbeschreibung durch Chef Adriano auf italienisch eine eher rudimentäre auf englisch. Heute morgen als „Aisha“ durch das Wüstencamp erklang, kamen viele Erinnerungen an die letzte Tour hoch. Das war ein Gefühl von wieder heimkommen nach langer Abwesenheit. Eine Woche in der Wüste hinerlässt einen bleibenden Eindruck.
Aber jetzt geht es auf recht tiefer Piste aus dem Lager heraus. Ich schwitze bereits nach wenigen Metern wie ein Stier und versuche im Feld nicht zu weit zurück zu fallen. Barbara verliere ich dabei ziemlich schnell aus den Augen. Der Sand ist tief und schwer, die Luft unerwartet feucht und bereits jetzt sehr warm. Der Weg führt vorbei an Kakteenhecken und Dornbüschen. Nach ungefähr der Hälfte der heutigen 13 km sogar eine Wasserstelle. Auffüllen. Und leider auch Schuhe ausleeren. Zwar hatte ich kurz vor dem Abflug noch die Raidlight Wüstengamaschen ergattert, konnte den Klettverschluß beim Schuster aber nur noch kleben und leider nicht nähen lassen. Das rächt sich. An der Innenseite löst sich das Klettband vom Schuh nach wenigen Kilometern. Und der Sand nützt jede Schwachstelle im System aus. In kurzer Zeit füllt sich der Schuh derart, dass an ein schmerzfreies Laufen kaum zu denken ist. Also raus mit ihm.
Jetzt geht es richtig in die Dünen rein. Rauf wandern, orientieren – wo ist die nächste Fahne – und runter mit Gebrüll. Das macht einfach Laune. Ich habe bald schon wieder so viel Sand im Schuh, dass ich diese kurzerhand ausziehe und in die Hände nehme. Ich lauf sockig weiter, was im tiefen Sand fast angenehmer ist, als mit Schuhen. Der Kontakt zum Boden ist einfach noch mal viel besser und die Zehen können sich einzeln in den Sand krallen. Die Socken lass ich allerdings an, da der Sand schon sehr warm ist.
Nach den letzten weitläufigen und hohen Dünen erreichen wir auch schon wieder unser Camp. ThoDö ist gespurtet und steht auch schon als Empfangsonkel am Ziel und wirft mir einen blöden Spruch entgegen. Als Antwort fliegen ihm meine Schuhe um die Ohren. Ich sammle sie wieder auf, bevor er es richtig realisiert. Dann kommt auch schon eine Bootcamp mässige Anfeuerung. Das kann ich nicht so hinnehmen und ich spurte von ihm angetrieben mit ihm um die Wette ins Ziel.
Uff. Jetzt sitze ich erst mal im Sand  und ringe um Luft. Ein harter aber genialer Auftakt unserer Laufwoche.
Nach Dusche und Lunch geht es zum Transfer in die St.Louis Gegend, wo wir am Fluß Senegal eine Luxuslodge im Kolonialstil beziehen. Unglaublicher 2er Bungalow mit großem Moskitonetz, überdachter Veranda mit Blick auf den Fluß, holzverkleidetes Bad mit Dusche und Wanne!
Aber wir nutzen erst mal einen Sprung in den Salzwasser führenden Fluß, der nur durch eine schmale Landzunge vom Atlantik getrennt ist. Luxus pur.


2.Etappe
Früh morgens Fahrt im Dunkeln mit dem Bus zu einem fast 1,5 Stunden entfernten Dorf. Marathon steht heute auf dem Programm und der Veranstalter versucht uns mit Sonnenaufgang auf die Strecke zu schicken, was auch fast klappt. Mit etwas einer halben Stunde Verspätung geht es los und wir haben so noch etwas kühle Luft zu Anfang des Tages.
Der Lauf folgt fast vollständig Pisten und Fahrwege durch zwei oder drei Siedlungen und landwirtschaftlichen Anbau sowie Unmengen von Ziegenherden. Die Wege sind allerdings gleich zu Beginn schon wieder sehr tief versandet. Das Laufen neben den Wegen ist heute nicht so einfach, da uns viele Dornenbüsche und Sträucher begleiten. Die Dornen sind derart, dass die sich zum Teil durch die weicheren Schuhsohlen bohren! Laufbar und tief wechseln sich innerhalb weniger Meter ab. Eigentlich weiss man nie, ob der Untergrund fest oder weich ist, jeder Schritt kann was anderes bedeuten. Ich will den Tag heute bewußt langsam angehen, obwohl es dann auf der zweiten Hälfte sicherlich sehr heiß werden wird. Aber ich werde eh nicht vor der Hitze im Ziel sein, dann lieber Kräfte sparen. Barbara will ich allerdings jetzt auch nicht allzuweit  aus den  Augen lassen, so wird es anfangs doch wieder etwas zügiger. Schon recht bald legt Jemand den Kippschalter um und in kürzester Zeit ist es auf einen Schlag heiß. Dazu kommt etwas Wind auf, so dass wir in einer Art heissem Fönwind laufen. Ist aber wohl angenehmer als nur stehende Hitze. Das Trinken wird dabei aber etwas vergessen. Blöd. Sehr kräftezehrend das Ganze.
Dazu noch die unzähligen Kinder, die grüßen, nach unserem Befinden fragen, mitlaufen, Bonbons oder Kugelschreiber erbetteln... Anfangs ist das noch süß und nett und ich spiel mit zwei Jungs an der ersten Verpflegung, während ich auf Barbara, die sich noch etwas verpflegt, etwas Fußball. Noch bin ich offensichlich übermütig. Das wird sich bald ändern. Wir laufen eine große Schleife durch Savannen Gebiet. Zu dieser Jahresezeit besteht die aus Sand und Dornenbäumem. Als wir wieder zurück auf unseren Anlaufweg kommen, sind wir ziemlich ausgezehrt und am Ende. Wir marschieren mehr als das wir laufen. Zurück durch die Dörfer zum Startpunkt. Die Kinder scheinen sich mittlerweile vermehrt zu haben und hängen in großen Trauben an uns. Anstrengend. Ich hab leider nichts zu verschenken dabei und so müssen wir, um uns von ihnen zu lösen, doch wieder ein Stück laufen..
Ein Läufer mit Infusion am Arm liegt unter einem der größeren Bäumen an der Strecke. Natürlich betreut von dem Ärzteteam. Ermuntert uns aber auch nicht gerade zum weiterlaufen. Nach langen 6 Stunden nähern wir uns endlich dem Ziel. Ein kleiner Schlusspurt mit Barbara und Simone zusammen und endlich unter das Tarp in den Schatten verkrümeln.. Oder doch besser gleich weiter in den Innenhof der Restauration um uns unsere Dusche abzuholen? Das machen wir. Ich raffe mich noch mal auf und wir gehen um die Ecke in den Innenhof. Dort gibt es eine wunderbare Dusche in rustico Art. Ein frisch aus dem Brunne heraufgezogener Eimer Wasser über jeden Läufer. Herrlich!
Salat aus Avocado und Grapefruit und ein Huhn vom Grill richten uns neben einer Cola wieder auf.
Dann im Bus zurück in unser Luxusresort, wo wir noch etwas im Senegal ausschwimmen. Danach lege ich mich mit leichtem Schüttelfrost ins Bett. Hmm. War doch etwas viel Sonne heute.
Bis zum herrlichen Abendessen bin ich wieder halbwegs normalisiert. Geh trotzdem recht bald schlafen.


3 Etappe
Heute start direkt vor dem Resort. Zu Beginn etwa 500 Meter auf fester Staubstrasse und alles rennt in einem irren Tempo. Aber die Versuchung ist nur kurz. Wir biegen die nächste Abzweigung rechts rein in die Zwiebelfelder. Wieder weicher bis tiefer Sand. Der hier betriebene Ackerbau ist ganz offensichtlich noch wahre Handarbeit. Wenige Zwiebelpflanzen sind in jeweils einer Parzelle von viellicht 1 Meter länge und einem halben Meter Breite gepflanzt. Diese Parzellen werden Eimer für Eimer einzeln per Hand gewässert.
Ich bin von der Sonne gestern noch ziemlich erledigt, so dass ich im Sand recht früh anfang zu marschieren. Irgendwie habe ich auch das Briefing nicht recht mitbekommen. Ich habe heute nur die leichten Gamaschen über den Dualfinger Schuhen angelegt – dachte das wären heute mehr Staubstrassen... Gestern hatte ich den Inov-8 Raceultra 270 mit den Gamaschen und das war richtig gut. Der Raidlight Schuh hat vorne aber zu viel Mesh. Doof. Also wieder mal anhalten und Gamaschen ausziehen, Schnürsenkel lösen, Schuh ausziehen, ausleeren und alles wieder rückwärts. Das ist mühsam und kostet Zeit. Schon steht der Doc mit seinem Jeep neben mir und fragt, ob es Probleme gibt. Nö – alles Super mir geht’s gut.
Fahr doch endlich weiter, wenn du mir auch noch beim Schuhfummeln zusiehst, geht’s auch nicht
schneller... Dann realisiere ich, das ich wohl gerade der letzte Läufer bin. Das gibt es doch nicht! Puhh. Das es heute so schwer werden würde hätte ich echt nicht gedacht. Ich reiss mich zusammen und versuche Boden gut zu machen. Ich sammel ein, zwei Mädels ein und schliesse dann zu Michael2 auf, der heute auch ganz und gar nicht gut aussieht. Zusammen ziehen wir uns an Michael 1 ran. Wir traben, marschieren, traben so ein ganzes Stück als 3er Gruppe weiter. Mit der Zeit sammeln wir doch noch den ein oder anderen wieder ein. Sehr schweres Geläuf heute. Sehr tiefer Sand. Abseits der Fahrwege fast noch schlimmer. Also gibt es kaum Alternativen. Dann kommen wir durch ein lose bewaldetes Stück. Landschaftlich toll, aber der Weg ist noch schlimmer zu laufen. Wir marschieren. Ich muss schon wieder meine Schuhe leeren,  so dass der eine Michael zügiger wegkommt, während der andere trotzdem nach hinten durchfällt. Ich bin aber mit mir allein gerade genug beschäftigt. Es reicht. Ich brauch keinen weiteren Sandweg mehr. Wo laufen wir denn hin? Warum hat keiner gesagt, dass es schon wieder so tiefer Sand wird. Wieso steht die Sonne schon wieder so knallig am Himmel. Und Beachvolleyball wollte ich heute auch nicht spielen.
Ein Pferdefuhrwerk kommt mir entgegen - dass die hier überhaupt durchkommen. Erstaunlich. Dann die Erlösung: wir erreichen eine Art Hauptstrasse und folgen der zum Atlantik. Hier ist richtig was los. Ein paar Autos aber hauptsächlich Eselkarren und jede Menge Fußgänger. Aber es lässt sich fast laufen. Etwas Wellblech aber das ist schon ok. Schnurgerade führt die Strasse eine kleine Anhöhe hinauf. Jetzt fängt die Grüßerei wieder an. Bonjour – Ca va? Mehr versteh ich eh nicht. Hier könnte man richtig laufen. Aber der Akku ist leer. Ausgesaugt. Völlig lullig versuche ich wenigstens eher mehr zu traben. Immer die Läufer vor mir im Blick. Nicht stehen bleiben. Nicht gehen. Ok. Aber nur ganz kurz. Dann wieder laufen. Ja. Ab der Hütte da vorne. Los!
Wir durchqueren ein Fischerdorf. Rechts an der Strasse stehen ein paar Buden im Schatten eines Wäldchens, in denen der Fang umgeladen und zerteilt wird. Viele sehr hübsche Mädchen hier und vor lauter schauen habe ich auch schon den Atlantik erreicht. Bevor ich auf den Strand rauskomme, noch kurz ein Kontrollpunkt. Und weil ich ja eh schon meine Nummer herzeigen muss bekomme ich von einer der Garküchen hier eine Art Fettgebackenes zum probieren gereicht. Super lecker. Aber jetzt will ich ans Meer. Michael1 ist auch wieder direkt vor mir.
Mann ist das grell hier! Strahlend weisser Sand und Sonne. Ich bin geblendet trotz Sonnenbrille. Und leider ja auch wieder sehr tiefer Sand. Am Wasser vorne erreiche ich Michael und wir laufen / gehen ein gutes Stück zusammen. Wir verlassen den Atlantik wieder und gehen landeinwärts, um am Senegal, der hier endet/versickert entlang zu laufen. Das ist wie ein Stück Meer direkt neben dem Meer. Der Senegal kommt von Norden und verläuft ein weites Stück in direkter Nähe zum Atlantik, um oberhalb unseres Resorts zum Atlantik durchzubrechen. Wir haben hier so eine Art Salzwasser führendes Altwasser, das eben direkt neben dem Atlantik liegt. Ihn aber nicht mehr erreicht. Muss man sich mal auf der google Satellitenkarte ansehen!
Es sind noch ca. 6km direkt an der Wasserlinie entlang und so entschliessen wir uns, die Schuhe auszuziehen und barfuß halb im Wasser halb am Strand zu laufen. Michael braucht aber so lange um seine Socken ordentlich zusammenzulegen und zu verstauen, dass ich schon mal vorauslaufe. Vorbei an Fischerbooten, im Wasser spielenden Kindern und Fischern, die noch ihren Fang ausnehmen. Das aufspritzende Wasser ist einfach herrlich und ich kann mehr und mehr wieder längere Strecken laufen. Ich hole noch den ein oder anderen Walker ein, die ja immer früher starten und dann steht plötzlich Barbara an der Strecke. Sie ist heute wegen Magen-Darmbeschwerden nicht mitgelaufen und so freue ich mich doppelt. A heisst es, es ist nicht mehr so weit und b heisst es, ihr geht es schon soweit besser. Auf geht’s auf die letzten 2 km. Das lässt sich doch noch schaffen. Dann seh ich auch schon den vor unserem Bungalow ankernden Ponton. Sehr schön. Ich versuch die letzen 500m, die im Sand um unser Resort führen einigermassen gut zu laufen und stürtze mich im Ziel auf das erstbeste Bier. War das ein harter Tag! Für mich geht es jetzt erst mal direkt ins Wasser. Darauf habe ich mich jetzt schon die letzten 2 Stunden gefreut. Und dann was essen und schlafen
....

Off-day
Nach der Abschlussparty gestern fahren wir nach dem Frühstück schon Richtung Dakar, um von dort mit der Fähre noch auf Gore, um das UNESCO Kulturerbe zu besichtigen.
Im Fährhafen müssen wir imTerminal ein ganzes Stück warten. Wir sitzen im ersten Stock auf zusammengeschoben Stuhlreihen und sehen dem Treiben zu. Neben uns ein Restaurant, das bis auf die Kellner, die gerade die Tische eindecken uns den Putzfrauen nur von einem DJ besucht ist. Die Musik ist gut laut hat aber drive und je mehr ich hier sitze desto mehr dringt der Rhythmus der Beats in mich. Sehr cooler Moment. Hier passt gerade alles. Viele Menschen, die auf Weiterfahrt warten, direkt unter mir die Bar, die umlagert ist, klimatisierte Räume die das Gefühl vermitteln, man sei hier drinnen eben so noch der Hitze entkommen. Ein ganzer Haufen Zwangsgestrandeter und Ausgebremster. Gegenüber das leere Restaurant, das sich ganz offensichtlich noch auf einen Ansturm wappnet. Nur die Putzkräfte passen nicht so recht rein. Hinternwackelnd, hüpfend  tanzen sie lachen zu der Musik des Djs anstatt zu putzen... Sie geniessen das so offensichlich, das es mich rührt. Das ist für mich Urlaub.


 
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