hsr13 Himalayan Stage Race - laufSinn

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hsr13 Himalayan Stage Race

blogkram
Kangchenzönga von Sandakphu aus

himalayan 100mile stage race 2013

5 tage in nordindien/darjeeling singalila nationalpark direkt an der grenze zu nepal.
hammerharte anstiege, irre downhills und dünne höhenluft.

perfekte organisation und jede menge lächelnde helfer, viele neu geschlossene freundschaften.

achtung disclaimer
die hier publizierten berichte und videos sind zitate, erfahrungen und vor allem persönliche meinungen und stellen somit keine allgemeingültigen sachverhalte dar.

prerace

nachtflug von frankfurt nach delhi. sehr entspannt im dreamliner. ankunft gut 45 minuten früher als geplant um kurz nach acht ortszeit in einem fast leeren indira gandhi flughafen. lange mit teppich ausgelegte flure vermitteln den eindruck einer geisterstadt. die meisten europäischen gäste sind wohl schon durch.
einreiseformalitäten gehen zügig und problemlos, die zeit am gepäckband nutzen wir um eine handvoll rupies einzutauschen. letztlich verlassen wir das terminal gegen neun, was mich sehr beruhigt.

um elf soll unser anschlussflug nach bagdogra abgehen und nach der ausschreibung des veranstalters rechnen wir mit einer transferfahrt zum domestic flughafen. bus oder taxi. im hauptgebäude gehen wir 200 meter nach rechts und stehen bereits vor dem transfer check-in. wir geben die eben abgeholten (und identifizierten) gepäckstücke wieder ab und nehmen unsere bordkarten in empfang. alles easy. ab jetzt kann ich dann auch irgendwie abschalten. die kontrollen für den inlandsflug sind dafür ausführlicher und gründlicher als uns die in frankfurt schienen. wir staunen.

bagdogra
der airbus landet auf einem kleinen rollfeld. die treppen werden per muskelkraft rangeschoben und der minibus muss viermal fahren, bis wir alle im gebäude sind. passkontrolle, gepäckband, abholung
alles ist in einem raum untergebracht. das hier ist wirkllich ein kleiner pampa-flughafen, der auch noch hauptsächlich vom indischen militär genutzt wird. striktes fotoverbot! das auch eingefordert wird, sobald auch nur ein handy in die luft gehalten wird. himalaya run & trek, der veranstalter steht auch schon da, um uns in ein taxi zu verfrachten. vor der flughafentür sind wir dann in indien! angenehm, dass wir die träger, fahrer, schlepper und vermittler schlicht ignorieren können. für diese art von auseinandersetzung wäre ich jetzt auch einfach zu müde. kurz hinter dem airport ist die strasse kurzzeitig nur noch geschottert, einfache wellblech- und plastikfolien hütten säumen die piste. radler rikschas, mopeds, lkws und autos teilen sich den fahrstreifen mit hunden, ziegen und rindern im kleinformat.

ein getöse aus hunderten von hupen und motoren. alles wirbelt staub auf. offene feuer in den hütten. zwei militärhubschrauber rattern über uns zum flugplatz...
das chaos war so erwartbar, die einfachsten lebensbedingungen sind jedoch in dem ausmaß schon erschreckend.
etwas weiter wandeln sich die hausungen in bretterbuden, zum teil auf stelzen errichtet und nur über stege zu erreichen. der verkehr wird noch etwas dichter, der lärm und staub auch.
je weiter wir bagdogra hinter uns lassen, desto besser werden die unterkünfte, bis hin zum golfplatz für militärangehörige. mittlerweile fahren wir durch grosse teeplantagen nach mirik, das schon im bergland auf fast 1700 metern höhe liegt. hier befinden wir uns in herrlicher landschaft. teebeflankte hügel, steile passstrassen, flußtäler mit idyllischen brücken. was für ein gegensatz zu eben. hunderte von schulkindern in uniform werden auf busse verteilt (ein drittel der inder ist unter 15 jahren!). nach nicht endender bergstrasse, die zwischendurch einer kopfsteinpiste weicht, kommen wir ca. 2 stunden später in mirik an.
in der ortsmitte schon das erste banner vom veranstalter. durch den ort und am ende scharf rechts den hügel hoch, dann haben wir es endlich geschafft. wir haben allerdings keine gelegenheit unser gepäck aus dem wagen zu nehmen. das h&r team steht schon bereit und auch mr. pandey, der grosse organisator nimmt uns persönlich in empfang und führt uns erstmal in den speisesaal. suppe, sandwich und tee sind neben etwas smalltalk erst mal ein „mu߁". dabei bin ich hundetodmüde.
danach dürfen wir uns aus einer vielzahl von zimmern eines aussuchen. wir sind bisher offensichtlich die ersten und für die nächsten zwei tage auch einzigen hier vor ort, da wir noch etwas akklimatisationszeit mitgebucht haben. wir nehmen ein großes, geräumiges zimmer mit zwei fensterfronten mit blick auf mirik, mirik lake und das kloster. muffig bis pilzig sind sie eh alle... fast perfekt. die vorangegangene monsunzeit war etwas länger als normal und feuchtes klima wohl vorherrschend. dem tee scheint es gut zu tun. das zimmer müssen wir halt lüften...

frühstück, lunch und dinner. wir werden gemästet!
die hunde sind hier übrigens wie in nepal. sie erwachen bei dämmerung und  so setzt mit der dunkelheit ein anhaltendes stakkato aus bellen, jaulen und sonstigem ein. gegen morgen verstummen sie und werden von den hähnen abgelöst. tagsüber liegen sie wie tot vor den hauseingängen, am rand der strasse oder auch direkt auf ihr und rühren sich kaum einen fingerbreit mehr von der stelle.

das wetter hier in mirik ändert sich alle paar minuten. eben noch klar und sonnig ziehen die nächsten wolken auf und ich kann kaum mehr die strasse unter uns erkennen. die wolke wabert durchs fenster ins zimmer und hinterlässt eine ordentliche klammheit und feuchte

1st stage maneybeyang (1900m) sandhakpu (3600m) 32 km 2700hms
running into the clouds

gestern abend noch langes und umständliches briefing... eine tasche bleibt im hotel, eine tasche für den lauf ging bereits gestern abend auf die jeeps. ein beutel fürs ziel. jede mit unserer id-nummer versehen, alles muss bei abgabe und empfang abgezeichnet werden. bei papierkram und bürokratie schlagen uns die inder um längen. ist das ein britisches erbe?
heute morgen geht es nun nach einem kurzen tee los. frühstück gibt es im bus! für jeden ist ein karton mit saft, ei, samosa und zwei sandwiches gepackt.. wir fahren nach maneybeyang. das liegt fast auf halben weg nach darjeeling. unser lauf findet im silligari nationalpark an der grenze zu nepal statt. das militär bzw. der ssb (eine paramilitärische einheit zur absicherung der nepalisch-indischen grenze) wird uns folglich die nächsten tage begleiten. kurz vor maneybeyang passieren wir bereits den ersten
border-out" checkpoint.

der veranstaler hat alle pässe in verwahrung und wohl ein gutes abkommen mit der kommandatur des ssb, sodass wir als gruppe stets ohne weitere kontrollen passieren können. dafür müssen wir auf vorder- und rückseite auch immer recht grosse startnummern tragen. an jeder versorgungsstation wird unser durchlauf auf einer liste abgehakt und mit der aktuellen zeit versehen und von uns läufern quittiert werden! dazu kommen noch die ssb stützpunkte, die wir passieren. denen reicht allerdings die startnummer. vor dem bürgerkrieg in nepal war das hier alles grüne grenze. ohne kontrollen. die inder haben mittlerweile aber gehörig angst vor den maoisten.
in maneybeyang ist groß aufgeflaggt. eine kleine kapelle mit einer art von dudelsack spielt auf und schulkinder sind zum applaudieren aufgestellt. eine kurze ansprache vom organisator mr. pandey und dankesworte an den örtlichen ssb kommandanten und den gemeindechef, dann bekommen wir noch jeder einen gebetsschal von den kindern und schon geht es recht unspektakulär los.

in der horde laufen wir alle zusammen noch recht verhalten durchs dorf, denn bereits am ortsausgang erwartet uns das volle programm: 36km stehen heute auf der to-do liste, dazu 2700 positive höhenmeter!
die ersten kilometer lassen sich noch gut an. der weg ist asphaltiert und zieht in serpentinen in die höhe. bergauf verlegen wir uns von anfang an auf strammes marschieren. wenn es flacher wird bzw. auf der ebene wird gelaufen, so finden wir uns knapp hinter der mitte des feldes wieder. nach km 3 bereits die erste versorgungsstation. wasser wird generell nur in die eigene flasche umgefüllt. schön, so spart man sich den ganzen müll. an jeder zweiten vp gibt es dann gekochte kartoffeln (die sind echt super),kekse, z.t. auch bananen (aber die vertrage ich beim laufen ja nicht).
kurz hinter dem verpflegungsposten fängt die eigentliche tortur an. cobblestones – kopfsteinpflaster. aber nicht irgendeins. die übelste sorte. kindskopfgrosse steine liegen wahllos verteilt als strassenbelag umher. das ist ziemlich beschissen zu laufen, da man fast bei jedem schritt umzuknicken droht. hier muss wirklich jeder schritt konzentriert gesetzt werden. das geht auch mental an die substanz.
laut briefing geht es heute nur bergauf. aber schon bald sind die ersten flachen abschnitte da. teilweise auch mit sand, sodass man tatsächlich gut laufen kann, dann geht es sogar noch bergab.... nur um noch steiler und ekliger bergauf zu gehen.
immer wieder passieren wir einzelne ssb posten. dann kommen richtige patrouillen entgegen. allesamt bewaffnet. das ist für uns deutsche anfänglich ziemlich irritierend. die allermeisten sehen uns aber als willkommene abwechslung und nutzen die gelegenheit, um uns zu fotografieren, nach dem alter, der herkunft usw. zu fragen. hier sind wir die attraktion. die stunden verfliegen mit leichtigkeit, die kilometer leider nicht.

mitten am berg passiern wir megma. ein kleines dorf, indem die grundschüler wie die orgelpfeifen aufgereiht parat stehen und jeden einzelnen ankömmling mit „welcome -welcome -welcome" begrüssen...

nach ca. 4 stunden, wir sind mittlerweile jenseits der 2500m grenze, fällt mir das ganze schlagartig schwer, und ich kann mit barbara nicht mehr mithalten. die nächsten stunden werde ich wohl mit mir allein unterwegs sein. das feld hat sich weit auseinander gezogen. die sonne von heute morgen hat sich auch schon aus dem staub gemacht. wir laufen im wald in der wolke – das macht alles kühl und feucht. ist aber angenehm zu laufen.

ich bekommen nun doch noch begleitung. zuerst blähungen, dann immer wieder übelkeit. nach der langen laufzeit über 5 stunden sollte ich dringend essen und reichlich trinken. sobald ich aber auch nur einen keks im mund habe, bekommen ich zu wenig luft zum laufen und magenbeschwerden schlagen auch zu. kartoffel ist etwas besser. aber auch nur etwas. mehr als eine halbe bekomme ich nicht runter. das wetter zieht weiter zu und kühlt deutlich ab. ich zieh mein langärmliges oberteil an. bergauf muss ich schnaufen wie ein ochs und werd dabei immer langsamer... einfach weiter laufen, das ist ein langsames stetiges tempo, das kann man stunden lang abliefern, also einfach weiter laufen, dann kommst du an. keep on going, weiter..." aber schon stehe ich wieder mitten im anstieg und wünsche mir einen der jeeps herbei. ich will aussteigen. lauf einfach weiter auch wenn's langsam ist" - ich habe aber die schnauze voll. 6 stunden waren veranschlagt für die heutige etappe und ich bin jetzt schon bei fast 7.
beim nächsten streckenposten sehe ich mir barbaras durchgangszeit an. Puhh, die ist schon etwas über einer halben stunde vor mir. laut streckenposten sind es jetzt noch 9km, laut wegmarkierung 6. ach was soll's. weitergehen! jetzt schliessen auch noch die beiden amerikaner auf.  toll ich dachte, die hätte ich schon weit hinter mir gelassen.. an die hänge ich mich jetzt aber dran. da darf ich nicht abreissen lassen. komm, auf geht's! dran bleiben.
ich werd immer langsamer. ich verschnauf es bergauf einfach nicht.
jetzt kommt volker der dritte deutsche unter den teilnehmern von unten. ihm macht die höhe aber ähnlich zu schaffen wie mir und so machen wir uns gemeinsam richtung ziel. 1,5km nur noch das ging jetzt zu schnell. da fehlt was!
barbara kommt uns jetzt aber auch schon entgegen zum anfeuern, dann kann es ja doch nicht mehr so weit sein? regen setzt ein. und barbara versucht mich anzutreiben. da geht aber nichts mehr. wie deprimierend. nur noch wenige serpentinen. ich will jetzt endlich ans ziel kommen. ich mach keinen stopp mehr, das bisschen regen wird schon nicht so schlimm sein. das ziel ist zu sehen und unter strömenden regen bekomme ich noch sowas wie ein schlussspurt hin. knapp unter 8 stunden. unglaublich!

zielfoto, unterschrift, zielbeutel hohlen, vom arzt begutachten lassen und auf geht es zur unterkunft.
ich bin fertig, verfroren und durchnässt. aber glücklich.


2nd  stage
sandakphu – molley – sandakphu 27km – 1150 Hm


gestern abend nach zwei suppen, jeder menge tee und kaffee und anschliessend dinner wieder unter den lebenden angekommen. war noch das problem der nassen wäsche zu lösen: auf einer zugigen berghütte ohne heizung, dafür mit feuchten räumen? bleibt nur die hardcore bergsteiger variante. zuerst im handtuch auswringen und dann rein in den schlafsack damit. ist im ersten moment ziemlich eklig, funktioniert aber ganz gut.

in der höhe muss mann nachts natürlich öfters raus. erst mal versuchen zu verdrängen, schliesslich ist es jetzt gerade mal etwas warm im schlafsack. letztendlich hilft es nichts. an erholsamen schlaf ist irgendwie nicht so recht zu denken. immerhin ist start erst auf neun uhr angesetzt, da hat man noch zeit gemütlich zu frühstücken (porridge).



draussen ist die dichteste nebelsuppe. keine sicht auf die 8000er. keine sicht auf gar nichts. immerhin regnet es nicht mehr. 5 minuten vor start verdrücken wir uns aus der hütte und wandern zum start rüber. bitte heute keine ansprache. es ist kalt und ungemütlich und wir wollen uns bewegen, um warm zu werden. aber ein mittelkurzes briefing müssen wir ertragen. der heutige weg verläuft wieder unmittelbar an der nepalesischen grenze! und die sollten wir absolut nicht überschreiten.
heute eine wendepunktstrecke auf 3600 meter höhe. von sandakphu nach molley und wieder zurück. beides liegt etwa auf gleicher höhe, dazwischen geht es rauf und runter, aufsummiert werden das ungefähr 1200 hm. dafür sind weite strecken heute einfach schön zu laufen, teilweise sogar auf sehr angenehmen sandpisten, dazwischen leider immer wieder dieses unglaublich schlimme steinpflaster. es läuft heute viel besser. ab dem halben rückweg kommen allerdings meine magenprobleme wieder auf und ich werde bergauf stetig langsamer. mir kommt es teilweise fast wie stillstand vor. aber die strecke lässt sich schaffen, wenn auch in den letzten 1,5 stunden mit mühe.
der nachmittag lässt sich dann schön mit abhängen füllen. erst mal etwas lunch. danach ein mittagsschläfchen und anschliessend dann doch mal den schweiß entfernen. dazu stehen eimer mit heißwasser bereit, die man in ein betonkabuff mitnimmt und sich mit kleinen eimern begiesst. danach heisst es aber schnell abtrocknen und was warmes anziehen. fühlt sich aber richtig gut an. noch etwas abhängen und viel tee zum rehydrieren (wichtig in der höhe). jede menge gespräche im gemeinschaftsraum und frühes dinner. und sehr frühes schlafen legen. schliesslich ist für morgen frühstück um 5:00 uhr angesagt und start um 6:00 uhr!!


3rd stage
sandakphu – phalut – molley - rimbik

44km – 1200 positive Hm – 2900 negative hm!
dont't break your ankels

eine weitere gewittrige und kalte nacht liegt hinter uns. eher sind wir noch mitten drin. frühstück um fünf heißt halt wecker um 4:30! bis ich mich aus dem schlafsack quäle und in die restlichen klamotten schlüpfe, ist im gemeinschaftsraum schon reger betrieb. stühle gibt’s keine, so stehen wir alle dichtgedrängt, wortkarg und verschlafen mit einer tasse tee oder schale porridge rum. das wärmt! heute kommt die regenjacke wieder mit in den rucksack – draussen ist die gleiche suppe wie gestern. ich richte mein kram noch vollends her und leg mich noch kurz in unserem zimmer ab. jede minute schlaf ist kostbar. da geht ein raunen durch die gruppe. „mountains"! in der tat: durchs fenster ist das kangchendzönga massiv zu sehen. schön. deswegen sind wir ja auch alle hierhergekommen.


barbara ist vor dem heutigen tag mulmig, obwohl sie die letzten beiden tage sehr stark war. ich bin eigentlich ganz zuversichtlich, nachdem ich gestern mit der höhe teilweise schon etwas besser zurechtgekommen bin als vorgestern. das erste drittel ist derselbe weg, den wir gestern schon gelaufen sind, also machbar. danach kommen 12km, die ohne große höhenmeter sein sollen. und dann geht es wohl nur noch runter. klingt doch super, oder? und morgen ist nur ein halber tag... wird schon irgendwie werden. obwohl: letztes jahr gab es laufzeiten von 12 und 14 stunden! unvorstellbar, in diesem gelände so lange zu laufen.
die startaufstellung mit vier der fünf höchsten 8000ern im hintergrund (everest, lhotse, makalu, kantsch) ist schon einmalig und wird mehrfach fotografiert. um 6:30 gehen wir auf die strecke. wir lassen es langsam angehen, schliesslich wird es ein langer tag werden.

es geht ordentlich bergab richtung molley, nur machen wir heute im gegensatz zu gestern viele fotostops. tolle wälder, almwiesen und kämme, das alles mit dem kangchendzönga im hintergrund. die zeit ist heute nicht von belang. nach gemütlichen 2,5 stunden durchlaufen wir das erste mal molley. wir überholen charlotte und rex, zwei walker. er ist mit 73(!)der älteste und mit sechs teilnahmen ein alter hase. auf unsere frage, wie denn die schleife molley-phalut-molley verläuft, hüllt er sich in schweigen. uns schwant fürchterliches. gleich danach kommt ein derber abstieg, an dem uns bereits martin cox, der führende, entgegen kommt. sogar er muß hier rauf ordentlich kämpfen. auf der anderen hangseite, kurz vor den wolken, ist ziemlich oben ein dörfchen zu sehen, der weg läuft allerdings erstmal in weitem bogen abwärts. kurve, gegenanstieg, kurve, weiterer downhill, kurve, ecke, ein paar entgegenkommende läufer und dann hoch und hoch. in phalut angekommen gönne ich mir eine kleine pause. kartoffel, kekse und sand aus den schuhen räumen. die dynafit sind enger als die inov-8, die ich sonst trage, sodass sich das geröll nicht einfach vorne in der geräumigen zehenkappe sammelt, sondern unter dem ballen liegen bleibt und scheuert. also raus mit dem zeugs. und dann zurück nach molley: zurück durch diese wanne, erst steil runter, um die ecke, um die kurve und dann umso steiler wieder rauf. molley erreichen wir knapp unter 4 stunden. das liegt heute im soll. noch mal in ruhe verpflegen und dann kommt die kür! runter nach rimbik. 17 oder 20km abstieg. so genau ist das nicht vermessen. aber ist ja auch egal. runter laufen wir immer gerne.

zuerst eben durchs hochtal, dann mit leichtem gefälle immer noch auf einer fahrbaren jeep/sandpiste. das macht spaß, auch wenn ich langsam schon etwas müde in den beinen werde. wir laufen sogar durch einen kleinen forestpolice stützpunkt. danach ist es nur noch ein schmaler pfad. ende der piste. holzprügel und bohlen wechseln sich ab. es wird jeden meter, den wir dem tal näher kommen, wärmer. sehr schön. ich stopfe die jacke in den rucksack und laufe befreit im t-shirt weiter. das tut irgendwie gut. es geht eine weile so dahin, dann wird das ganze ruppiger. die holzbohlen werden zu – war ja klar – beschissenem kopfsteinpflaster. und der weg deutlich steiler, bis er sich in schmalen serpentinen nach unten windet. die steine sind wirklich unmöglich zu laufen, sodass wir jeden abschneider ausnutzen. nur weg von den steinen. manche sind gut und wir gewinnen in einer sandrinne 2 serpentinen, andere sind kaum zu laufen und verlieren sich im gestrüpp. auch mist.



auf einen der abkürzungen überraschen wir zwei träger bei einer zigarettenpause. ich bin gerade dabei ein stück almwiese direttissima runter zu laufen. das können die sich aber nicht bieten lassen und nehmen die verfolgung auf. in gummistiefeln und mit jeweils einem sack reis oder sonstigem auf dem kopf. ich geb mir mühe und reize das profil meiner schuhe bis zur schmerzgrenze der haftung aus. die beiden haben mich aber trotzdem bald eingeholt und verschwinden eiskalt in einem sacksteilen abschneider. weg sind sie.
wir sind schon eine ganze weile derbst bergab unterwegs und mit locker bergab rollen hat das nichts zu tun. im gegenteil. ich bin ganz schön fertig. dabei geht es jetzt erst richtig los. wir stehen an der kante der steilflanke und blicken immer noch tief runter ins tal. unglaublich. aber hier müssen wir uns runterschrauben. der pfad windet sich jetzt in steilen, schmalen serpentinen durch den indischen dschungel abwärts. keine abschneider mehr, keine wiese, kein entkommen von dem irren steinpflaster. es kommt wirklich knüppeldick. hammerharter, irrer abstieg. jeder schritt verlangt konzentration. und das fordert mich, obwohl bergab eigentlich meine stärke ist, ganz gewaltig. endlich erreichen wir upper sirikohla. jetzt kann es ja nicht mehr weit zur angekündigten brücke sein. allerdings ist das rauschen des flusses immer noch nicht so recht zu orten. wir stolpern auf einem recht schmalen weg durchs dorf. vorbei an der schule, zwischen den einzelnen häusern durch, aber das dorf will nicht enden. vor uns tauchen ganz überraschend noch ein paar teilnehmer auf. wir haben ausser den einheimischen schon seit gut 1,5 stunden niemanden mehr gesehen. aber auch die sind am ende und wir holen schnell auf. wir versuchen so schnell als möglich runter zu kommen, aber nach über 7 stunden laufzeit geht da nicht mehr viel. ich bin frustriert und demoralisiert. aus unserem angriff bergab ist ein kläglicher rückzug geworden. damit haben wir wirklich nicht gerechnet!
als die brücke über den siri khola erlösend vor uns auftaucht, ist die freude eher verhalten. jetzt wollen noch fast 7km auf mehr oder weniger ebener strecke nach rimbik „erledigt" werden, aber die luft ist raus. zumal es ab hier zwar wieder eine jeepbare piste gibt aber zu beginn auch wieder cobblestones. argghh. meine beine sind zu kaputt, um darauf zu laufen. also doch wieder run-walk bis die piste besser wird.

wir folgen dem tal flussabwärts. der weg wird besser und schliesslich eine strasse. mehrere lodges werden passiert, bis wir ein hsr 100 schild passieren. ein teil der gruppe ist hier untergebracht und bereits beim bier. wir werden lautstark angefeuert mit der info: last k!
wir mobilisieren noch den rest an motivation und versuchen vollends durchzulaufen und plötzlich stehen wir in rimbik. das ziel ist glatt mitten in der hauptstrasse des örtchens direkt vor unserer lodge!
das bier aus sikkim ist herrlich! dusche, sonnenbad und essen ebenso.

4 th  & 5 th  stage rimbik – palmajua - maneybeyang road
schöner ausklang der rennen: zuerst steil auf serpentinen strasse runter und dann auf der anderen hangseite wieder hoch. am nächsten tag von dort weiter rauf nach dothre und dann etwas sanfter runter nach maneybeyang, wo sich der kreis schliesst. beides nur kurze tage (21k und 27k, aber ohne cobblestones).die beine danken es.

sehr guter video blog von der britischen journalistin und blogerin (she.runs.she.writes) fiona bugler am morgen des zweiten tages. perfekt auf den punkt gebracht!

rechts das video vom veranstalter.

Video zum Himalayan Race von Journalist/Bloggerin Fiona Bugler
Andreas und Barbara Zieleinlauf Himalayan Stage Race
 
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